Off the Market von Casia Shreyer

Off The MarketOff The Market by Casia Shreyer

My rating: 2 of 5 stars

Normalerweise sage ich nicht viel über den Schreibstil – außer er ist extreme gut. Englisch ist nicht meine Muttersprache und daher bilde ich mir nicht ein, die feinen stilistischen Unterschiede zu erkennen.
Jetzt kommt das große ABER – hier ist mir der Stil negativ aufgefallen. Er ist, um es nett zu sagen ‚minimalistisch‘ gehalten. Paul macht dies, Joe macht das, usw. Manchmal werden kursiv geschriebene Gedanken eingeworfen und man wundert sich, wo das jetzt herkam. Da das Buch aber kurz ist, habe ich es trotzdem fertig gelesen.
Die Geschichte: In einer Kleinstadt im nirgendwo des Biblebelt der USA lebt die Familie der Andersons. Der Vater mißhandelt die drei Brüder und seine Frau und sobald der jüngste Sohn den Abschluss an der Highschool hat, verschwinden die drei in die große Stadt um ihr Glück zu machen. Dies ist die Geschichte von Paul, dem ältesten der Brüder. Die drei kehren nach dem Tod des Vaters zurück, da die Erbschaftsverwaltung schwierig ist und der Notar sie bittet zu kommen. Sie leben in dem kleinen Bed & Breakfast und da in dem Ort jeder jeden kennt ist Paul mit der Tochter in die Schule gegangen.
Generell finde ich die Geschichte gut. Und wieder kommt ein ‚aber‘: Die Charaktere sind alle nicht ausgefeilt – nicht einmal die zwei Hauptcharaktere. Alle wirken kalt und wie Puppen. Die Beschreibungen von Gefühlen und Gedanken sind so kurz und bündig gehalten, dass man weder mitfühlt, noch sich ärgert. Das alles könnte in einer Tageszeitung geschrieben stehen.
Zu all dem kommt auch noch eine äußerst seltsame Tendenz: der Hauptcharakter entschuldigt sich mehr oder weniger dafür, dass er Sex mit mehreren Frauen hatte – mit Ende 30. Dann wird mehrmals erwähnt, dass ‚in der Stadt‘ alles anders, sprich verwerflicher ist, als in dem kleinen christlichen Ort. Obwohl Paul der Kirche auch einiges vorwirft, weil niemand seiner Mutter oder den Geschwistern geholfen hat, obwohl wohl einige aus der Gemeinde es gewußt hatten.
Letztendlich erscheint einem das Buch, wie der Plot zu einem Buch, der noch angefüllt werden muss mit allem, was ein Buch so ausmacht: Leben, tiefgründige Charaktere und Gefühl.
Wenn ein Buch meine Fantasie nicht anregt, es mit Bilder auszuschmücken, dann fehlt da einiges.
Ich gebe so gut wie nie schlechte Kritiken – meist schreibe ich dann lieber nichts, aber dieses Buch ist nicht wirklich schlecht – es fehlt halt nur einiges.

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